Generationenkonflikt: Eine Definition 

Generationenkonflikt ist ein Begriff, von dem viele bereits gehört haben und zu dem bei den meisten Menschen eine ziemlich genaue Vorstellung im Kopf vorherrscht. Es bezeichnet den Konflikt einer neuen, jugendlichen Generation mit der der Eltern oder der Großeltern. Gerade aufgrund der besonders schnelllebigen und wandelbaren Gesellschaft, die in Akkord technische Neuerungen hervorbringt und von uns als Konsumenten verlangt, ständig mitzuhalten, spitzt sich dieser Konflikt schnell zu. Eltern haben Vorurteile gegenüber Ihren Kindern, denen wiederum die Mittel und Wege der Älteren missfallen. Es entstehen nicht nur Konflikte und Differenzen, die im Privaten ausgetragen werden. Auch auf den freien Markt hat das Auswirkungen. Die Unterschiede zwischen den Generationen haben deutlichen Einfluss auf ihr Konsumverhalten. Auch der Onlinehandel muss die Besonderheiten der verschiedenen Altersklassen berücksichtigen, um die passenden Zielgruppen zu erreichen.

In den Vereinigten Staaten noch stärker in Betracht gezogen, spielt der sogenannte Generationenkonflikt auch hierzulande für das Marketing eine wichtige Rolle. Kein Wunder, dass der erste Schritt für Unternehmen immer darin liegt, eine klare Zielgruppe für das eigene Angebot und im Idealfall auch Personas, zu definieren. Dabei handelt es sich um vordefinierte Persönlichkeiten, die repräsentativ für die Zielgruppe stehen. Ihnen werden klar festgelegte demographische Merkmale wie Geschlecht und auch Alter zugewiesen, allerdings auch Hobbies und Prinzipien. In Abhängigkeit davon in welchem Zeitraum ein Mensch geboren wurde, entwickelt er individuelle Vorlieben und andere Ansprüche als Kunde, sprich: Ein ganz eigenes Konsumverhalten. Betrachtet man einzelne Generation in ihrer Gesamtheit, so ergeben sich in den für Marketingzwecke relevanten Altersgruppen vier verschiedene Kategorien von Konsumenten, die wir im Folgenden für Sie erklären und näher beleuchten möchten. Das hat den Vorteil, dass sie die einzelnen Altersklassen Ihrer Zielgruppe zielgerichteter und mit den optimalen Kommunikationskanälen erreichen können.

 

Geboren zwischen 1945-1965? – Das sind die Babyboomer

 

Die Menschen, die in der Zeit zwischen 1945 und 1965 geboren wurden, zählen aus soziologischer Sicht zu den sogenannten Babyboomern. Sie sind die Generation, die in der Nachkriegszeit zur Welt kam und erwuchsen daher mit einer ganz anderen Perspektive als noch ihre Eltern vor ihnen. Statt den Trümmern des Krieges erlebten sie das Wirtschaftswunder mit, beschäftigten sich mit dem Thema Emanzipation und einem völlig neuen Lebensgefühl. Den Namen Babyboomer erhielten Sie aufgrund der Tatsache, dass die Menschen aus dieser Zeit statistisch gesehen viele Kinder bekamen. Das ist sicherlich auch auf das Gefühl der Sicherheit zurückzuführen, mit dem Sie aufgrund der guten Wirtschaftslage aufgewachsen sind. Heute sind die Babyboomer bereits etwas älter und die ersten von ihnen gehen so langsam in Rente. Trotzdem sind sie keine radikalen Technikverweigerer. Sie wollen nicht die „Alten“ sein und sind daher gewillt, sich auf dem Laufenden zu halten, speziell was das Thema Technik betrifft.

Die Vorlieben der Babyboomer

Babyboomer wollen klare Vorteile und noch wirklich überzeugt werden. Sie informieren sich eher wenig im Netz und wollen von Marken und Unternehmen direkt angesprochen werden. Mit Spielereien und Interaktions-Möglichkeiten überzeugt man nicht. Stattdessen sind klare Informationen ihnen am Wichtigsten, sie kaufen regional ein und sind große Freunde von Treueprogrammen und Coupons. Als Konsumenten von Marketingmaßnahmen sprechen Sie vor allem auf Fernsehwerbung, Radiowerbung, Printmedien aber auch Facebook an.

 

Geboren zwischen 1965-1985? – Das ist die Generation X

 

Die Generation X, also Menschen die zwischen 1965 und 1985 geboren wurden, wird von vielen Aufzählungen häufig außen vor gelassen. Oder sie werden auf Basis der Theorie, es handle sich nur um eine Brückengeneration zwischen den Babyboomern und den Millenials vernachlässigt. Dabei handelt es sich aktuell um die statistisch betrachtet kaufstärkste Generation, die von vielen Unternehmen zur Kernkäuferschaft zählen. Durch ganz spezifische Eigenschaften, hebt sich diese Altersklasse von anderen ab. Die Wirtschaft, von denen die Boomer noch profitiert haben, machte der Gen X einen Strich durch die Rechnung. Börsencrash und Wirtschaftskrise sorgten für Unsicherheit, Wut und Zynismus. Schlechte Jobaussichten und Unverstandenheitsgefühl gehörten für viele zum Alltag und der Ausdruck „No future“ wurde zum Slogan einer Generation. Sie sind die Scheidungskinder, nicht nur, weil ihre Eltern sich mit höherer Wahrscheinlichkeit scheiden ließen, als in allen Zeiten vor ihnen, sondern auch, weil sie in einer analogen Welt aufwuchsen, die langsam aber sicher digital wurde. Das mussten sie kompensieren. Heute fehlt es vielen Generation X Angehörigen vor allem an Grundvertrauen an die Welt. Sie sind Sparer, machen Pläne und Listen und sind auf der Suche nach attraktiven Preisen und Angeboten.

Die Vorlieben der Generation X

Die Generation X nutzt mehr als jede andere Generation das Tool der E-Mail. Sie lesen Newsletter, wenn sie diese bekommen wollen und hören auf Rezensionen. Viele haben Kinder und sind passionierte Facebook und Pinterest Nutzer. Zu Ihren Themen gehören Rezepte, Haushalt und DIY. Sie sind klassische Markenanhänger, haben Sie sie einmal überzeugt, bleiben sie Ihrer Marke höchstwahrscheinlich für lange Zeit treu. Anders herum ist es allerdings sehr schwierig, einmal verlorenes Vertrauen nachträglich zurückzugewinnen.

 

Geboren zwischen 1985 und 2000? – Das sind die Millennials

 

Wurden Sie zwischen 1985 und 2000 geboren, gehören Sie zu der viel diskutierten und häufig auch viel kritisierten Generation der Millennials, auch Generation Y (ausgesprochen „why“ – Die Übersetzung mit der Frage „Warum?“ ist die Devise der Generation, die gern mit Prinzip alles in Frage stellt). Der stereotype Millennial ist mit Technik und dem Internet aufgewachsen und musste sich an diese schnelllebige Zeit anpassen. Millennials machen häufig irgendwas mit Medien, sie sind die Bloggergeneration und diejenigen, die damit begannen das eigene Leben im Internet darzustellen. Sie schätzen Individualität, leben aber trotzdem nach einem gewissen Gemeinschaftsgefühl. Die Smartphonenutzer teilen Erlebnisse online, haben dabei aber eine Abneigung gegen das klassische Telefonieren. Anstelle von Facebook stehen hier Twitter, Instagram und verschiedene Messaging Dienste voll im Kurs. Sie wollen auch privat keine Verpflichtungen und konsumieren TV gern aus der Mediathek oder im Second Screen. Aufgepasst: Die Technik-Experten sind die Generation Ad-Blocker und wissen, wie sie sich vor ungewollten Werbebotschaften schützen können.

Die Vorlieben der Millennials

Im Gegensatz zu den Elterngenerationen wollen die Millenials nicht mehr so gern in Besitz investieren, sondern geben ihr Geld für Erfahrungen und Reisen aus. Die klassischen Konsumverweigerer sind darüber hinaus große Anhänger der Sharing Economy, nutzen Uber, Airbnb und Car-Sharing-Dienste. Von Marken wünschen Sie sich personalisierte Angebote, gern auch per Push-Benachrichtigung. Sie genießen gut gemachte Werbung, die nicht plump daher kommt und schätzen Storytelling. Sie wollen kein Telefonmarketing, brauchen keine unspezifischen Rabatte und verabscheuen austauschbare Billigprodukte.

 

Geboren zwischen 2000 und jetzt? – Das ist die Generation Z

 

Die jüngste Generation wurde im neuen Jahrtausend geboren und wird von Soziologen als Folge auf die vorangegangenen Generation X und Generation Y auch als Generation Z bezeichnet. Diese noch nicht volljährige Altersgruppe, zählt zwar noch nicht in die Zielgruppe der meisten Marken hinein, übt aber jetzt schon einen Einfluss auf die Zukunft. Schon heute handelt es sich um die multikulturellste und liberalste Generation und so ist der Konflikt mit den vorangegangenen Generationen vorprogrammiert. Ihre Werte sind Authentizität und Wahrheit, sie schätzen Marken, die einen guten Zweck unterstützen und für viele Trends zu haben. Die Technikfans sind begeistert von Virtual Reality, Drohnen und alternativen Möglichkeiten. Im Gegensatz zu den Babyboomern oder der Gen X, haben sie wenig Markentreue und wechseln gerne zugunsten besserer oder hochwertigerer Produkte. Sie schwimmen mit dem Strom, vollführen aber auch gern mal 180° Wendungen. Vor allem ihre kurze Aufmerksamkeitsspanne, sowie der Multi-Device-Nutzung auf verschiedensten Endgeräten sind essentiell für Generation Z. Content und Werbung wird nur kurz betrachtet und muss deshalb direkt begeistern.

Die Vorlieben der Generation Z

Sie wollen relevante Botschaften, die sie sowohl online als auch offline nutzen können. Sie wünschen sich Interaktivität und sind immer auf der Suche nach dem Wow-Faktor. Sie schätzen Innovation und sind immer für Veränderungen zu haben. Generation Z Persönlichkeiten hassen Unaufrichtigkeit, Täuschung und Unehrlichkeit. Außerdem sind sie langfristigen Bindungen gegenüber völlig abgeneigt. Ihre Netzwerke sind Snapchat, Whisper, Tumblr und YouTube.

 

Innerhalb der verschiedenen Altersschichten gibt es also durchaus relevante Unterschiede, die Ihr Unternehmen betreffen können. Aus diesem Grund ist es so wichtig, die eigene Zielgruppe optimal zu definieren und die eigenen Inhalte entsprechend auszurichten. Sollten Sie noch Fragen zu passenden Inhalten für die verschiedenen Generationen haben oder unsere Unterstützung bei der Umsetzung in Anspruch nehmen möchten, nutzen Sie zu diesem Zweck einfach unsere Kontaktmöglichkeiten.

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