Engagement – Eine kurze Definition

Im Kontext von Social Media und Online Marketing bezeichnet man als Engagement oder Teilnahme jene Vorgänge auf sozialen Netzwerken, die gewissermaßen eine Interaktion darstellen. Dazu zählen Konversationen, ebenso wie Nachrichten oder sonstige Interaktionen mit Beiträgen. Zusammenfassend werden Aktivitäten auf den Netzwerken so bezeichnet. Hierunter lassen sich ebenso Retweets bei Twitter sowie Likes bei Facebook kategorisieren. Engagement braucht dafür als Basis zunächst einmal einen Beitrag. Dieser wird von einem Unternehmen veröffentlicht und damit einer gewissen Zielgruppe zur Interaktion zur Verfügung gesteht. Das Engagement bezeichnet dann jede real stattfindende Interaktion. Die Steigerung der Engagement-Rate sollte in jedem Fall ein wichtiges Ziel in Ihrer Social Media Strategie darstellen. Da soziale Netzwerke nicht nur ein weiteres Tool für die Streuung von Online Werbemaßnahmen sind, sondern vor allem Kommunikationsmöglichkeiten bieten, herrscht hier von Seiten der Community auch eine gewisse Erwartungshaltung, die es zu erfüllen gilt.

Das Engagement der eigenen Community ist einer der stärksten Indikatoren dafür, wie gut die Social Media Strategie funktioniert. Je höher die Interaktionsrate, desto besser. Tatsächlich gibt es aber auch ein paar sinnvolle Tricks, die auch bei geringem Budget, ohne die Hilfe eines großen Marketing Teams oder bei kleinen Seiten trotzdem ihren Zweck erfüllen werden und eine Steigerung erzielen. Mehr Engagement bedeutet zwangsläufig auch mehr Klicks. Mehr User landen von Ihrer Social Media Seite auf Ihrer tatsächlichen Webseite, auf der Sie so mehr Traffic und in letzter Konsequenz auch mehr Umsatz erzielen können. Die Relevanz von Engagement Steigerung und warum jedes Unternehmen, dass Social Media betreibt sich dieses zum Ziel setzen sollte, ist damit selbsterklärend.

Der Kampf um die Aufmerksamkeit

Es reicht schon aus, sich einmal die Statistiken unterschiedlicher Social Media Plattformen anzuschauen, um zu verstehen wie schier unendlich groß die Konkurrenz ist. Auf YouTube werden an jedem Tag über 3 Milliarden Videos angeschaut. 35 Millionen Bilder werden auf Instagram hochgeladen und Facebook hat über 2 Milliarden aktive Nutzer. Selbst Unternehmen, die eher eine kleinteilige Zielgruppe bedienen, treten häufig gegen große Konzerne an, die nicht nur mit einem großen Marketing Team arbeiten, sondern auch riesige Summen in Werbemaßnahmen stecken. Mit den Tipps, die wir im Folgenden mit Ihnen teilen möchten, können Sie auch ohne diesen Rückhalt einen messbaren Effekt erzielen und das Engagement auf Ihren Seiten deutlich steigern.

Tipp 1: Social Proof und andere psychologische Phänomene

Verschiedene Verhaltensweisen basieren auf psychologischen Phänomenen und wenn man ein Verständnis von ihnen hat, kann man diese zum eigenen Vorteil nutzen. Dabei sprechen wir nicht von irgendwelchen Taschenspielertricks, sondern von nachweisbaren psychologischen Techniken, die bei der Steigerung des Social Media Engagements helfen können. Legt man den eigenen Fokus zu sehr auf die Zahlen, kann das leider schon mal bewirken, dass man darüber die tatsächlichen Menschen aus den Augen verliert, die daran involviert sind. Social Proof als Phänomen basiert beispielsweise darauf, dass viele Menschen eine Art Herdenverhalten an den Tag legen und sich am Vorbild von anderen orientieren. Das ist sehr wirkungsvoll, birgt es doch das Potential, das Engagement auf diese Weise immer weiter auszuweiten, weil Fans auch Freunde und Bekannte zu einem ähnlichen Verhalten anleiten. So können Sie psychologisch für mehr Interaktionen sorgen:

Rezensionen ermöglichen

Mehr noch als Hinweise in Werbeanzeigen, lassen sich User von den Rezensionen anderer User überzeugen. 90% vertrauen dabei auf die Erfahrung anderer, während nur 33% der Marke an sich uneingeschränktes Vertrauen schenken würde. Bei Facebook und Co. besteht oftmals die Möglichkeit, Rezensionen zu schreiben. Ermutigen Sie Ihre Fans, die eigene Meinung zu hinterlassen und Sie werden sehen, dass Sie schon bald davon profitieren und mit Ihrer Seite noch viel mehr Menschen erreichen.

Engagement sichtbar machen

Heutzutage ist es unerlässlich, dass Blogbeiträge für Social Media optimiert werden. Unterstützend können hier Social Buttons wirken, die automatisch einen Beitrag für Facebook, Twitter und Co. generieren. Wirklich profitieren können Sie hier, indem Sie dem User anzeigen, wie häufig ein Beitrag schon geteilt wurde. Marketing Studien haben gezeigt, dass eine solche Auswertung die Interaktionsrate um ein Vielfaches steigern konnte.

Mit Influencern arbeiten

Eine weitere Methode, die auf einem psychologischen Effekt beruft, ist die Nutzung von Influencern. Für große Marken kann das beispielsweise eine Kooperation mit Sportlern, Online-Persönlichkeiten oder Models bedeuten. Für kleinere Marken kann schon die Zusammenarbeit mit einem anderen Unternehmen oder mit einem Mikroinfluencer gute Effekte erzielen. Teilen Persönlichkeiten oder Marken mit einer hohen Online-Kredibilität die eigenen Beiträge, erhöht das nicht nur die Reichweite, man verbessert auch ganz automatisch den Status im Netz.

Tipp 2: Content-Wiederholungen sinnvoll nutzen

Wer viel Arbeit in den eigenen Content investiert, diesen dann aber nur ein einziges Mal teilt, der lässt sehr viel Potential ungenutzt. Wer Social Media Marketing richtig verstanden hat, der wertet zum Beispiel Blogbeiträge so auf, dass sich diese auch auf Facebook und Co. nutzen lassen und über jede Plattform weitere User, insgesamt also eine maximale Nummer an Fans erreicht. Folgende Methoden sind sinnvoll, um Content zu wiederholen.

Content zweckentfremden

Will man den eigenen Content sinnvoll zweckentfremden, braucht es dafür in jedem Fall einen sinnvollen Plan und es sollte genug Arbeit in den ursprünglichen Beitrag fließen, damit dieser es auch Wert ist, geteilt zu werden. Möglichkeiten zur Zweckentfremdung sind zum Beispiel das Umschreiben eines Textes zu einem Videoskript, eine E-Mail Marketing Kampagne, die auf den Blogpost verlinkt wird oder gestalterisch passende Bildbeiträge auf unterschiedlichen Social Media Plattformen.

Content umplanen

Twittert man den Link zum Blogbeitrag nur ein einziges Mal, so ist die Chance auf so einer schnelllebigen Plattform überhaupt gesehen zu werden, minimal. Man kann stattdessen Beiträge vor- und umplanen, inhaltlich leicht variieren aber eben doch mehrmals auf den gleichen Inhalt verlinken. Durch Tools, die zum Vorplanen genutzt werden können, kann man gleichzeitig auch die perfekte Uploadzeit finden, in der die meisten Menschen auf Beiträge aufmerksam werden.

Evergreen Content

Wir haben auf unserem Blog schon einmal über Evergreen Content, jene Beiträge, die Ihnen auch nach Jahren noch fortlaufende Beiträge verschaffen, berichtet. Jeder Blog beinhaltet den einen oder anderen Beitrag, der die Zeiten überdauert und auch nach einem Jahr noch absolut relevant ist. Dieser kann selbstverständlich auch deutlich nach dem Upload geteilt werden. Achten Sie nur darauf, keine zeitlich limitierten Beiträge oder Inhalte, die längst veraltet sind, zu teilen.

Tipp 3: Stimmung messbar machen

Gutes Social Media Management hat auch viel mit Empathie zu tun. Wer langfristig im Netz bestehen will, der sollte ein gutes Gespür dafür entwickeln, welche Stimmung im Netz herrscht und vor allem, durch welche Gefühlslage sich die eigenen Fans zu bestimmten Momenten auszeichnen. Einen Einfluss darauf haben Sie nicht nur selbst, beispielsweise mit vergangenen Beiträgen oder provokanten Fragen, sondern auch das Zeitgeschehen und Netztrends spielen hier mit hinein und können problemlos eine ganze Debatte befeuern.

Glücklich sein

Auch wenn es manchmal strategisch gesehen sinnvoll sein kann, zu provozieren, so ist es doch nachweislich, dass Beiträge mit höherer emotionaler Wertigkeit im Gegenzug auch häufiger auf sozialen Netzen geteilt werden. Zwangsläufig sollte man es sich auch zum Ziel setzen, mit seinen Beiträgen die Emotionen der Fans und Follower anzusprechen. Von den vier stärksten Emotionen Glück, Trauer, Angst und Zorn, beschert einem Glück das höchste Engagement. Positive Posts verschaffen einem beinahe doppelt so viele Reaktionen wie die Negativen. Glücklich sein macht sich also schnell bezahlt, vor allem wenn man dieses Gefühl über Social Media teilen kann.

Einen Überblick über die Trends haben

Wer es auf mehr Engagement unter den eigenen Social Media Beiträgen abgesehen hat, der muss verstehen, wie Erfolg im Netz funktioniert und vor allem, welche Trends aktuell angesagt ist und die Netzgemeinde beschäftigt halten. Dazu zählen beispielsweise saisonale wie wöchentliche Hashtags (z.B. #ThrowbackThursday #FollowFriday oder #FroheWeihnachten), aber auch solche, die auf das aktuelle Zeitgeschehen anspielen. Man sollte wissen, worüber im Netz zurzeit diskutiert wird, auch wenn das als Konsequenz nicht bedeutet, dass man als Marke stets in diese Konversation einsteigen muss. Viel eher ist davon dringlich abzuraten. Die Recherche nach trendigen Themen und relevanten Hashtags ist viel eher als eine Art Übung zu betrachten. Man bleibt auf dem Laufenden und hin und wieder stößt man bei der Suche vielleicht auf ein Thema, dass ausgesprochen gut zur eigenen Marke passt und deshalb unbesorgt für die Social Media Redaktion genutzt werden kann. Den meisten Unternehmen ist von politischen oder kontroversen Themen absolut abzuraten, wenn man sich nicht zuvor genau überlegt hat, warum man sich hier äußern möchte. Die Hashtags, die man verwenden möchte, sollten zur Coporate Identity passen und die Botschaft unterstützen, die man zu teilen gedenkt. Viele soziale Netzwerke bieten zur Verfolgung angesagter Themen extra Funktionen. So kann man bei Twitter beispielsweise unter Events und bei YouTube unter Trends anschauen, welche Themen aktuell besonders relevant zu sein scheinen.

Aufsehen erregen

Gerade kleine Unternehmen wünschen sich häufig, mit den eigenen Beiträgen doch einmal für Aufsehen zu sorgen. Man hat viel Arbeit in einen Beitrag gesteckt und wünscht sich nun, dass dieser viral geht und zum Gesprächsthema im Netz wird. Es gibt einige Marken, die Social Media so sehr gemeistert haben, dass es diesen immer wieder gelingt, aufsehenerregende Beiträge zu teilen. Meist kommt hier nicht nur einer unserer Tipps zum Einsatz, sondern es besteht ein grundlegendes Verständnis für die Netzgemeinde und entsprechend gelingt es scheinbar mühelos, das Engagement unter den Beiträgen in die Höhe zu treiben.

Jeder kann sein Engagement verbessern und anstelle großer Investitionen braucht es dafür nicht mehr als einfach nur logisches Denken und das Verständnis von sozialen Netzwerken. Wir hoffen, dass wir Ihnen mit diesem Beitrag dabei helfen konnten, bisher ungenutzte Potentiale zu erkennen. Unsere Tipps werden, bei richtiger Umsetzung, definitiv dazu beitragen können, Ihre Position im Netz zu stärken und die Interaktion unter Ihren redaktionellen Beiträgen zu erhöhen. Bei Fragen, können Sie uns jederzeit kontaktieren.

Natürlich ist es nicht für jedes Unternehmen umsetzbar, so viel Zeit in die eigene Social Media Marketing Kampagne zu stecken und die Mitarbeit einer Agentur kann da eine sinnvolle Lösung sein. Gern entwerfen wir gemeinsam mit Ihnen ein holistisches Marketing Konzept und unterstützen Sie bei der Umsetzung in den Sozialen Netzen.

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