Die Suchmaschinenoptimierung bei Google hat in den letzten Jahren große Sprünge gemacht und sich von seinen Anfängen deutlich weiterentwickelt. Regelmäßige Updates haben die Suchmaschine dabei komplexer und vor allem standhafter gemacht. Die Amazon-Suche befindet sich jedoch noch am Anfang seiner Entwicklung. Erst in der jüngeren Vergangenheit haben Unternehmer die Optimierung Ihrer Artikel-Platzierung bei Amazon überhaupt auf dem Schirm. Eine große Gemeinsamkeit zwischen Google und Amazon ist die Filterung nach Relevanz. Beide Konzerne möchten dem Suchenden zunächst relevante Artikel vorführen. Hochwertige Inhalte, die entsprechend der Anforderungen der Plattform optimiert wurden, sind hier ein idealer Ausgangspunkt. Immerhin haben sowohl Google als auch Amazon das Ziel, bestmögliche Antworten für die Suchanfrage zu liefern. Amazon im Speziellen möchte vor allem Artikel verkaufen. Die ersten Suchergebnisse bekommen da, ähnlich wie bei der Suchmaschine, die meisten Klicks und erzielen dadurch auch die meisten Verkäufe. Wer allerdings auf diesen wertvollen Plätzen landen will, der sollte ein gewisses Verständnis für Amazon-SEO mitbringen.

Hinweis: Wir möchten mit diesem Artikel vor allem die Funktion vom Algorithmus erklären, damit Sie in der Praxis leichter Optimierungsmaßnahmen durchführen können. Für konkrete Maßnahmen zur individuellen Optimierung Ihrer Artikel treten Sie gern mit uns in Kontakt.

Der Wert der Amazon-Suche für Händler

Die klare Mehrheit aller Käufer auf Amazon gelangt über die klassische Suchfunktion zum passenden Produkt. Externe Links, Affiliate-Links, Filter oder Bestsellerlisten machen da nur einen Bruchteil der Ergebnisse aus. Wie schon beim Vorbild Google, klicken sich auch die Amazon Nutzer nicht stundenlang durch die Suchergebnisse. Stattdessen werden vor allem die ersten Ergebnisse genauer unter die Lupe genommen. Kaum ein Kunde gelangt überhaupt weiter als auf Seite 2. Bieten die ersten 48 angezeigten Produkte nicht das passende Ergebnis, wird ein Kunde in den meisten Fällen eher die Suchanfrage ändern oder die Plattform wechseln statt weiter zu klicken. Wem es gelingt, ganz vorn mitzumischen, hat hier einen klaren Vorteil.

Amazon ist die Nummer 1 der Produktsuche

Lange war Google der unangefochtene Anführer der Suchmaschinen, egal wonach User dabei gesucht haben. Inzwischen hat sich Amazon als Shopping-Plattform allerdings derartig etabliert, dass es Google bei der Produktsuche überholt hat. Nicht nur mit klarer Kaufabsicht, sondern auch um Informationen einzuholen, nutzen User die Amazon-Suche. Damit ist für die Seite nicht nur ein enormes Potenzial gegeben, sondern sie ist auch als Suchmaschine von höchster Relevanz.

Unterschiedliches Suchverhalten

Auch wenn Suchmaschinen grundlegend immer mit ähnlichen Funktionen ausgestattet sind, gibt es doch entscheidende Unterschiede im Suchverhalten der Nutzer. Wenn ein User eine Google-Suche startet, so ist er in der Regel hauptsächlich an der Lösung eines Problems interessiert. Es sollen Informationen eingeholt werden. Die Suchintention bei Amazon ist vor allem wirtschaftlich geprägt. Produkte sollen gefunden und anschließend gekauft werden. Derzeit gibt es auf der Plattform ganze 160 Millionen Produkte, die jährlich zu über zwei Milliarden Verkäufen führen. Ein Großteil der Verkäufe begann dabei direkt auf Amazon und nicht erst über Google.

Das eigene Amazon-Ranking verbessern

Wer die Platzierung seiner Produkte in der Amazon-Suche verbessern möchte, muss dafür die Ranking-Faktoren der Suchmaschine verstehen. Es gibt hier nicht nur Ähnlichkeiten zu Google, sondern auch bedeutende Unterschiede. Amazon will keine Werbeanzeigen verkaufen, sondern hat ein Interesse daran, dem User das beste Produkt anzuzeigen. Nur ein zufriedengestellter Kunde, wird auch zukünftig Bestellungen via Amazon tätigen.

Ein optimales Nutzererlebnis schaffen

Viele SEO-Spezialisten werden das von der Onpage-Optimierung kennen. Optimiert wird nicht nur für die Suchmaschine. User Signals und das Verhalten der Nutzer auf Webseiten ist längt ein relevanter Ranking-Faktor. Wer seine Seite nicht zielgruppengerecht und nutzerfreundlich gestaltet, der verpasst wichtige Chancen.

Folgende Kriterien sind wichtig für Amazon-SEO

Die folgenden Faktoren können das Nutzererlebnis bei Amazon stark beeinflussen.

  1. Relevanz der Produkte – ducht der Kunde nach einem bestimmten Artikel, ist es vollkommen irrelevant, ob ein anderer Artikel in der Suche weit vorn erscheint. Der Kunde wird diesen Artikel als irrelevant abstufen und auf einen anderen klicken. Aus diesem Grund ist die Angabe von wichtigen Schlagwörtern unabdingbar. Wählen Sie Keywords auf keinen Fall willkürlich aus, sondern recherchieren Sie nach Begriffen und Phrasen, die für Ihr Produkt von Bedeutung sind.
  2. Attraktivität der Preise – selbstverständlich ist am Ende auch der Preis entscheidend dafür, ob ein Kunde einen Kauf tätigt. Weitere Faktoren wie Versandkosten sowie Lieferzeiten spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Im Normalfall werden Kunden hier günstige Artikel sowie den Versand mit Amazon Prime bevorzugen, da deren Lieferzeit sehr kurz ist. Um einen passenden Preis für Ihr Produkt zu wählen, sollten Sie einen Blick auf die Konkurrenz werfen und sich dann für einen sinnvollen Betrag entscheiden.
  3. Rezensionen der Kunden – Amazon ist bekannt für die Sterne-Bewertung. Kunden werden dazu angeregt, ihre Käufe mit 1-5 Sternen zu bewerten, wobei volle fünf Sterne die beste Bewertung darstellen. Ein Großteil der Kunden wirft vor Kauf einen Blick in die Bewertungen. Nicht nur die Anzahl der Sterne, sondern auch die verfassten Rezensionen geben einen Eindruck von der Qualität der Ware. Vom Kauf positiver Bewertungen ist an dieser Stelle abzuraten. Nicht nur wird dies von Amazon untersagt und kann unangenehme Folgen haben. Sind die Rezensionen nicht authentisch, fällt das den Usern meist sofort auf und sie nehmen Abstand. Eine negative Bewertung bedeutet noch keinen Weltuntergang. Nehmen Sie sich stattdessen die Kritik zu Herzen und verbessern Sie ggf. Ihr Angebot.

Die wichtigsten Punkte für die Produktoptimierung:

  • Keywords
  • Inhalt
  • Rezensionen

So optimieren Sie Ihre Keywords für das Amazon-Ranking

Damit Ihr Produkt überhaupt in den Amazon-Suchergebnissen auftaucht, sollten Sie Keywords verwenden. Je relevanter die verwendeten Keywords, desto mehr Erfolg werden Sie mit Ihren Verkäufen haben. Sie sollten daher möglichst alle relevanten Keywords in Ihrem Listing durchführen. Zur Identifikation dieser Keywords können Sie Recherchen durchführen, aber auch Tools aus dem Netz zur Hilfe nehmen. Gerade die wichtigsten Keywords sollten dann bestmöglich platziert werden.

  • Produkttitel:

Das Top-Keyword sollte im Produkttitel fallen, allerdings ist Keyword-Spamming seit dem neusten Update nicht mehr erforderlich. Stattdessen sollte hier viel Wert auf die Lesbarkeit des Titels geachtet werden.

  • Keywords im Backend:

Im Amazon Backend können Sie bis zu 249 Byte an Keywords unterbringen. Wichtig ist hier, dass Amazon alle weiteren Keywords nicht mehr indexiert, weshalb Sie Ihre Keywordliste zunächst nach Relevanz sortieren sollten. Geben Sie diese dann als „Allgemeine Schlüsselwörter“ für Ihren Artikel an.

  • Bulletpoints und Produktbeschreibungen:

In den Bulletpoints sowie dem Beschreibungstext können weitere Keywords platziert werden. Allerdings sollte auch hier primär Wert auf die Lesbarkeit gelegt werden, denn unleserliche oder schlecht übersetzte Beschreibungen wirken abschreckend auf den Kunden.

  • Amazon-Filter:

Für bestimmte Artikel können Sie weitere Keyword-Typen ergänzen, beispielsweise um Target Audience Keywords zu nutzen. Lassen Sie diese Option nicht ungenutzt, um bei der gefilterten Amazon-Suche zu profitieren.

  • Produktinformationen

Sie können für jedes Produkt weitere Informationen wie das Material oder die Größe hinterlegen. Je mehr Sie bei den Produktinformationen ausfüllen, desto besser für Ihr Ranking.

Der Produkttitel ist essenziell für die Kaufentscheidung

Geht es um die wichtigsten Amazon-Ranking-Faktoren, so mischt der Produkttitel garantiert ganz weit vorn mit. Oftmals entscheidet er sogar darüber, ob ein Kunde einen Kauf tätigt oder nicht. Aber wie können Sie dafür sorgen, dass Ihr Produkttitel bei Ihrer Zielgruppe auch gut ankommt? Der Titel sollte Ihre Marke widerspiegeln, Keywords und USPs genauso wie die Eigenschaften des Produktes wiedergeben. Zusammengefasst: Ein guter Titel ist wie ein Verkaufsargument. Optimieren Sie auch hier für User und Suchmaschine in gleichem Maße. Amazon gibt eine bestimmte Zeichenzahl vor, die nicht überschritten werden sollte. Zu kurz sollte der Titel dann aber auch nicht sein. Hier gilt nämlich: Je länger der Text, desto mehr Fläche kann vom User angeklickt werden. Lange Titel sind auffälliger. Unnötig vollgestopfte Titel sollten dabei vermieden werden. Ein Kompromiss sollte gewählt werden, damit eine gute Klickrate erzielt werden kann.

Allgemeine Suchbegriffe bei Amazon

Geben Sie Ihre wichtigsten Keywords im Backend ein, sollten Sie sich dabei bewusst machen, dass diese für den User unsichtbar bleiben. Nur Sie als Händler können die allgemeinen Schlüsselwörter einsehen und darauf zugreifen, denn diese erscheinen nicht einmal im Quelltext. Trotzdem sollten Sie hier nicht willkürlich Suchphrasen ergänzen. Nutzen Sie relevante Keywords, die Ihnen nicht nur die Chance auf einen Klick, sondern auch für eine Conversion bringen. Immerhin wollen Sie am Ende verkaufen. Suchbegriffe, die Ihnen keine Käufe bringen, sollten konsequent aussortiert werden. Eine gute Idee sind smarte Bindestrich-Kombinationen. Wortwiederholungen hingegen können Sie sich sparen, da der Algorithmus diese automatisch greift. So können Sie beispielsweise „Etiketten-Drucker“ eintippen, woraus sich vollautomatisch die drei Keywords „Etiketten“, „Drucker“ und „Etikettendrucker“ ergeben. Um den Platz bestmöglich auszunutzen, können Sie sich auch die Kommasetzung sparen. Trennen Sie Ihre Keywords einzig und allein mit Leerzeichen, um hier möglichst viele Begriffe einpflegen zu können.

Der Einfluss von Bildinhalten

Geht es um das Thema Bilder, so ist es bei Amazon nicht anders als überall im Onlinehandel. Da Kunden sich den Weg ins nächste Ladengeschäft sparen möchten, sind gute Bilder mit hoher Auflösung ein wichtiges Element für den Verkauf. Immerhin muss die bildliche Darstellung eines Produktes hier alle anderen Sinne ersetzen, da kein Kunde die Ware vor Kauf anfassen oder riechen kann. Wer bei Amazon punkten will, der sollte Bilder mit einem Format von 1000 x 1000 Pixeln bis maximal 1500 x 1500 Pixeln hochladen. Größere Bilder werden von Amazon automatisch begrenzt, weshalb sich der Aufwand da nicht lohnt. Gerade auf das erste Bild sollte viel Wert gelegt werden. Dies wird bereits in der Amazon-Suche angezeigt und ist damit maßgeblich mitentscheidend für die Klickrate der Suchergebnisse.

Die Produktbeschreibung

Die meisten Konsumenten reagieren vor allem auf visuelle Reize positiv. Trotzdem sollte der zugehörige Produkttext, wie die Produktbeschreibung, nicht vernachlässigt werden. Auch hier kann durchaus schnell eine Kaufentscheidung gefällt werden. Beachten Sie, dass die Beschreibung kaum einen Einfluss auf das Ranking hat. Keyword-Spamming bringt Sie an dieser Stelle also nicht weiter. Stattdessen sollten Sie, je nach Branche, Ihre Zielgruppe passend und emotional ansprechen. Verpacken Sie Ihr Produkt positiv und nutzen Sie eine gut leserliche Bildsprache, um Interessenten vom Kauf zu überzeugen. Eine gute Textstruktur ist da definitiv von Vorteil. Strukturieren Sie vor allem längere Textblöcke sinngemäß mit Unterüberschriften.

Wichtige Performance-Faktoren für Amazon

Genauso wie bestimmte Faktoren einen großen Einfluss auf das Google-Ranking haben, gibt es auch bei Amazon gewisse Performance-Faktoren, die von großer Wichtigkeit sind. Das primäre Ziel von Amazon ist der Verkauf. Amazon verdient an jedem Verkauf Provision und macht auf diese Art und Weise seinen Umsatz.

Folgende Performance-Faktoren sind für Amazon relevant:

Lieferung – das wichtigste für die Optimierung bei Amazon ist das Nutzungserlebnis. Einer der bedeutendsten Faktoren dafür ist die Lieferbarkeit. Die Lieferzeit entscheidet oft darüber, ob ein Kunde noch eine Bestellung tätigt oder einen Konkurrenzanbieter vorzieht. Sie sollten die Wartezeit für Ihre Artikel so niedrig wie möglich halten, um aus Ihrem Online-Angebot eine sinnvolle Alternative für den stationären Handel zu machen.

Preis – nicht immer ist der niedrigste Preis am wirksamsten, wenn es um das Generieren von Verkäufen geht. Sonst würde bei Amazon stets der günstigste Händler den meisten Erfolg haben. Allerdings kann der Preis ein Faktor sein und Händler sind gut damit beraten, Ihre Produkte auf der günstigen Seite zu platzieren, um keine Kunden abzuschrecken.

Amazon Prime – das kleine Prime-Logo neben dem Produkt bei Amazon kann die Verkäufe massiv steigern. Kunden können daran vermeintlich sehen, wie schnell und zuverlässig eine Ware geliefert werden kann. Selbst wenn ein unabhängiger Versand ebenso schnell erfolgt, ist Amazon Prime ein relevanter Conversion-Faktor, der auch zum Ranking-Vorteil wird. Hier ist trotzdem Abwägen gefragt, denn nicht jeder Händler profitiert von der Zusammenarbeit mit Amazon.

Produktbewertungen – Kundenbewertungen sind immer ein heikles Thema. Grundsätzlich ist user-generated Content vielen Händlern immer wieder ein Dorn im Auge. Hier besteht keine Kontrolle über die Ergebnisse. Gerade deshalb ist für viele Amazon-Kunden die Produktbewertung eines der wichtigsten Verkaufsargumente. Amazon pusht gute Produkte dementsprechend. Nicht nur die Bewertung, sondern auch Anzahl und Aktualität haben einen Einfluss auf den Algorithmus.

Verkaufsrang – auch der Verkaufsrang ist ein wichtiger Punkt bei den Performance-Faktoren. Ordnen Sie Ihr Produkt in die passende Kategorie ein, um hier keine Nachteile zu haben. Verkauft sich ihr Produkt dann innerhalb der Kategorie besonders gut, wird es von Amazon gepusht und kann in der Gruppe sogar zum Bestseller werden. Das beeinflusst auch die Suchergebnisse.

Versandkosten – das Wegfallen von Versandkosten führt in der Praxis immer wieder zu mehr Verkäufen, selbst wenn der Gesamtpreis dabei höher bleibt. Kunden gewinnen den Eindruck, bei einem solchen Deal zu sparen und sind eher geneigt, einen Kauf zu tätigen. Günstige oder keine Versandkosten beeinflussen daher das Amazon-Ranking positiv.

Weitere Amazon-Performance-Faktoren sind zum Beispiel die Händlerperformance, die Händlerbewertung und die Retourenquote. Auch das Nutzerverhalten in Form von CTR, Verweildauer und Conversion beeinflussen das endgültige Ranking.

Amazon-SEO ist sinnvoll und kann vielen Händlern deutlich höhere Umsätze bescheren. Nutzen Sie das neu gewonnene Wissen, um Ihre Position spürbar zu verbessern und mehr Verkäufe zu erzielen. Sie wünschen sich unsere Unterstützung für die Umsetzung der genannten SEO-Strategien? Schicken Sie uns dafür einfach eine Anfrage über unser Kontaktformular oder rufen Sie uns an.

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